Francisco "Pacho" Rada

Pacho Rada

Pacho Rada ist am 11. Mai 1907 in Las Mulas, am grossen Magdalena Fluss, geboren. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts befuhren die Schiffe aus Europa den Fluss, an dem Pachos Vater von deutschen Matrosen ein Akkordeon erstanden hatte und einer der ersten Akkordeonspieler in Kolumbien wurde. Auf einem Fest im Nachbarort schnappte sich der kleine Pacho unbemerkt das Akkordeon seines Vaters. Es gelang ihm in kurzer Zeit erkennbar die Melodie von "La Chencha", ein noch heute bekanntes Lied, zu spielen. Der Vater nahm ihn glücklich in den Arm und einige Tage später bekam er sein erstes Akkordeon geschenkt. Pacho Rada wurde einer der ersten Troubadoure, die ohne Begleitung, nur mit Akkordeon und Stimme über das Land reisten, Nachrichten übermittelten und überall dort spielten, wo es etwas zu feiern gab. Hunderte von Liedern entstanden auf seinen Reisen, viele davon gelten heute als Klassiker. Er gilt als der Erfinder des "Son", einem der vier Vallenato Rhythmen. Als die Vallenato-Musik in den 70er Jahren durch den Marihuana Boom über die Provinz hinaus berühmt wurde und die Musiker damit reich werden konnten, war Pacho bereits zu alt. Mit 72 wurde er wieder obdachlos. Mit Hilfe seiner Kinder errichtete er am Stadtrand von Santa Marta ein einfaches Haus, in dem er heute noch lebt. Pacho Rada hat 422 Enkel, Ur- und Ururenkel. Als junger Musiker wurde er von den Frauen geliebt, doch von deren Eltern verachtet.
Pacho: "Wer wollte damals schon einen Habenichts als Schwiegersohn, der ausserdem noch wie ein Vagabund umherzog und dessen Geschäft die Musik, der Rum und die Frauen waren? Aber es nützte nichts. Wer vermag eine Frau zurückzuhalten, die liebt?"